
genauer gesagt nach Lindlar ins Bergische Freilichtmuseum.
Wenn man da so durch die Landschaft läuft, kommt der Gedanke auf, es gäbe gar nichts Besonderes zu sehen, doch das scheint nur so. Das Museum (übrigens das erste ökologische in Deutschland) möchte gern das Kulturlandschaftsbild dieser Zeit zeigen - das bedeutet auch, das das Land nach historischem Vorbild bewirtschaftet wird, es werden Obstwiesen (die noch recht "jungbäumig" sind) und Wälder angelegt - auch wunderschöne Bauerngärten gibt es.
Zwei durchs Gelände fliessende Bäche wurden "renaturiert" - also aus den Röhren befreit, und mit Grauwacke (Gesteinsart) zum langsamer Fliessen und sich winden (wie sich das gehört für einen Bach
) angeregt, so das sich jetzt dort wieder dorthingehörige Pflanzen und Tiere ansiedeln können.
Also: das Gelände selbst ist sehenswert (man lese auch die Infotafeln...), nicht nur die Gebäude, die (regionstypisch) recht weit auseinander liegen - aber sie geben wunderschöne Fotomotive ab 
Das Freilichtmuseum ist auch "bewohnt", Rheinische Kaltblüter gibt es hier, Schweine, Federvieh, Stallhasen und jede Menge "Wildlinge".
Ausserdem sind Vorführungen der alten hier angesiedelten Handwerke, Seilerei, Feilenhauerei, ein Horizontalsägegatter usw.
Schmiedekurs für Kids gab es heute bsp. und Backtag war auch - leider sind wir am Weg zum Backhaus vorübergezogen, ohne ihn wahrzunehmen - das wäre ja was für uns gewesen, die wir unser Brot ja selber backen... Tja - nächstes Mal.
Und in einem der Höfe war "Waschtag" - d.h. es stand jedemenge Hausrat im Hof, etliche Kinder sprangen rum, es war laut und hektisch - ich dachte, da wohnt jemand.
Doch von der anderen Seite des Hofes war doch Museum mit Infotafel, das Waschtag sei - die Hauswirtschafterin wurschtelte in der sehr schönen Uralt-Küche und hat etwas aus Kartoffeln in heißem Öl gebacken - lecker.
Hat jeden angesprochen, er möge sich doch was zu Naschen nehmen, und ruhig mal in die Schränke gucken, und sie hat mit viel Freude an der Sache erklärt, was wie funktioniert, wenn man es wissen wollte.
Das fand ich richtig klasse.


Und natürlich auch die urige Küche mit den schönen eisernen Backformen und den eingeweckten Lebensmitteln aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts (jawoll! die sind von 1937 z.B.)